Die Ordensregel

In einer 1400jährigen Geschichte hat die Regel des hl. Benedikt klösterliches Leben gewährleistet und Menschen inspiriert, ein geistliches Leben zu führen. Doch darf nicht übersehen werden, dass sie vieles enthält, was einem inzwischen überholten Zeitgeist, einem anderen Zivilisationsstand, einer vergangenen Kultur entstammt.

Auch ein so ehrwürdiges Buch, wie die Mönchsregel, muss sich immer wieder an den Quellen der Offenbarung und an den Erfordernissen einer sich fortentwickelten Zeit messen lassen. So wird der Sinn der Regel stets neu überdacht und in Satzungen niedergelegt, Erklärungen zur Regel, die in Gemeinschaftsarbeit von verschiedenen Klöstern erarbeitet und vom kirchlichen Lehramt bestätigt werden.

Auch das Mönchtum steht und lebt nicht in einem ungeschichtlichen, gewissermaßen luftleeren Raum. Es muss sich, um glaubwürdig und lebensfähig zu bleiben, den jeweiligen Zeitfragen stellen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Es ist erstaunlich, dass sich die älteste Ordensform des Abendlandes, das benediktinische Mönchtum, auch in unserer Zeit ihre Aktualität bewahrt hat - eben weil sie sich nicht in spirituelle oder arbeitsmäßige Spezialisierungen hinein verrannt hat.

Schließlich müssen sich die Benediktiner täglich in ihren vielseitigen Tätigkeiten als Seelsorger, Lehrer, Erzieher, Wissenschaftler, Verwaltungsfachmänner, Handwerker usw. mit den Fragen unserer Zeit beschäftigen. Und damit verbunden ist ein ständiger Prozess geistig-geistlicher Auseinandersetzung.

Die hier abgebildeten Regeltexte unterliegen dem Copyright der Salzburger Äbtekonferenz. Bücher über die Benediktsregel sind u.a. erhältlich im EOS-Verlag St. Ottilien.

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