PROGRAMM 2006/07
 

Studientage zu Themen der Benediktusregel
Leitung: Sr. Dr. Michaela Puzicha OSB

Jahres-Programm  2009/10
KURSANGEBOTE

 
 

23. – 27. November 2009:
GOTTESBILD und MENSCHENBILD
„... weil Er gütig ist.“ (RB 7,30)

Der benediktinische Lebensentwurf ist geformt von einem Gottesbild, das im biblischen Kontext von Schöpfung und Erlösung wurzelt und auf der Basis frühchristlicher Theologie steht. Zurückhaltend und unaufdringlich lässt Benedikt eine Gotteserfahrung erkennen, die seine Regel grundsätzlich zu einem Zeugnis- und Bekenntnistext macht. Seine Sicht auf den Menschen und den einzelnen Mönch ist davon tief geprägt. Diese umfassende Perspektive prägt die humane Ausrichtung der RB in Verantwortung vor Gott.
 

01.-05. Februar 2010:
WEISE MENSCHLICHKEIT
„... handle er klug“ (RB 64,12)

Die Atmosphäre der RB und ihre Handlungsvorgaben werden bestimmt durch zwei Worte: discretio, kluge Unterscheidung, und humanitas, weise Menschlichkeit. Sie kennzeichnen das geistliche Format und die umsichtige Menschenführung der RB. Sie lassen das Verständnis für Menschen in ihren unterschiedlichen Situationen erkennen. Für Benedikt sind sie Grundhaltungen der Brüder im Umgang miteinander, bei Entscheidungen, Einschätzungen und Weisungen. Sie sind zugleich Grenzziehung gegen Beliebigkeit und sichern den monastischen Konsens.

 

01.-05. März 2010:
HÖREN AUF DIE SCHRIFT
„... neige das Ohr deines Herzens“ (RB Prol.1)

Die enge Verknüpfung zwischen Bibel und RB läßt sich unmittelbar erkennen. Die Gegenwärtigkeit der Hl. Schrift im konkreten Leben der Gemeinschaft ist eines der wichtigsten Anliegen Benedikts. Die existentielle Begegnung mit dem Wort der Schrift geschieht in Stundengebet und Lectio divina als Gegenwart des WORTES. Auch mitten im Alltag steht der Mönch ‚unter der Führung des Evangeliums’. Leben mit der Hl. Schrift wird zu einer umfassenden Perspektive, die den einzelnen und die Gemeinschaft unter das Wort Gottes stellt und das ganze Leben durchdringt.
 

12.-16. April 2010:
MITEINANDER - GEMEINSAM LEBEN
„... die stärkste Art“ (RB 1,13)

Zönobitisches Mönchtum versteht Benedikt als grundsätzliche Entscheidung, gemeinsam zu leben. Er lässt die funktionalen und sozialen Kategorien nicht außer Acht, gestaltet aber nach dem Vorbild der Urgemeinde einen geistlichen Raum, in dem gemeinsames Leben nach den Weisungen des Herrn eingeübt wird. Im tägli-chen Miteinander soll sich die menschliche und biblische Qualität der Gemeinschaft entfalten. In die Verantwortung dafür sind alle einbezogen. Damit wird RB 72 zum zentralen Kapitel und erfordert besondere Aufmerksamkeit.

 

03.-07. Mai 2010:
TYPISCH BENEDIKTINISCH
„Die Regel haben wir geschrieben...“ (RB 73,1)

Die Frage nach spezifischen und signifikanten Kennzeichen der RB – nach ihrem ‚Alleinstellungsmerkmal’ - betrifft das Selbstverständnis und die Identität benediktinischen Lebens. Dabei geht es um die Kernbereiche, um das Unverwechselbare und Unterscheidende der Themen und Inhalte, was die RB eigenständig macht. In dieser Souveränität und Selbständigkeit zeigt sich das Charisma Benedikts. Die Originalität im Umgang mit der Tradition ist bemerkenswert und weist die charakteristischen Merkmale auf, die die RB auszeichnen und ihre Wirkung und Bedeutung bis heute prägen.

 

13.-17. September 2010:
DAS LEBEN BENEDIKTS
„...der Geliebte des Herrn“ (Dial. 2,37)

Gregor d. Gr. deutet in ausdrucksstarker Symbolik den geistlichen und inneren Weg Benedikts. Sein Leben ist geprägt von einer intensiven Glaubenswirklichkeit und Gottesbeziehung und nicht frei von Gefährdung und Scheitern. Gregor trägt alle Erfahrungen vor, die ein Leben in der Berufung zum Mönchtum prägen. Die erzählende Form des Lebensbildes will Zeugnis und Botschaft sein. Als exemplarischer Weg der Reifung ist die Vita ein pastorales Werk, ausgerichtet auf Ermutigung im monastischen Leben und für den Weg des Mönches zu Gott.

 

11.-15. Oktober 2010:
DEMUT - WAS IST DAS?
„Vor allem habe er Demut“ (RB 31,13)

Mit dem Wort Demut spricht Benedikt eine Grundhaltung im Zusammenleben der Gemeinschaft wie in der Beziehung zu Christus aus. Die Missdeutung im heutigen Verständnis macht es schwierig ihre Bedeutung wahrzunehmen. Als Einsicht in die eigene Realität bedeutet Demut nicht unterwürfig sein, sondern Wachsen zu biblischer Freiheit und geistlicher Unabhängigkeit. Die Selbsterkenntnis der eigenen Begrenztheit akzeptiert zugleich die persönlichen Fähigkeiten - nicht aus eigener Kraft, sondern in Anerkennung der geschöpflichen Existenz.

 

22.-26. November 2010:
GEBET - LESUNG - ARBEIT
„zu bestimmten Stunden“ (RB 48,2)

Das Thema ist zugleich Problemanzeige, die das Mönchtum seit seinen Anfängen begleitet. Die Spannung, die sich aus der Zugehörigkeit von Stundengebet, Lesung und Arbeit ergibt, ist in der RB stets präsent. Die Strukturierung der Zeit ist dabei wichtig, mehr noch die Frage nach den Prioritäten und der Qualität des monastischen Lebens. Benedikt reagiert auf diese vielschichtige Herausforderung flexibel und bestimmt zugleich eindeutig, was unaufgebbar ist. Die Ausgewogenheit aller Elemente ist nicht selbstverständlich und muss stets hergestellt werden.

 

 


Informationen


Unterbringung: Wegen des nicht abgeschlossenen Umbaus des Kollegs St. Benedikt sind die Teilnehmer/innen der Kurse von Februar – Mai z. T. in der Erzabtei St. Peter, Salzburg, und z. T. im Christkönig-Kolleg (Gästehaus der Erzdiözese Salzburg, Kapitelplatz 2A, unmittelbar neben dem Dom, ca. 3 Min. von St. Peter) untergebracht. Ab September ist eine Unterbringung im Kolleg St. Benedikt wieder vorgesehen.
Die Eucharistiefeier und das Stundengebet können mit dem Konvent von St. Peter gefeiert werden. Alle Arbeitseinheiten, Mahlzeiten und Gottesdienste finden weiterhin in der Erzabtei St. Peter statt.

Beginn aller Kurse wie bisher jeweils am Montag um 18.30 mit der Vesper; Ende jeweils am Freitag nach dem Frühstück.

Vor Beginn des jeweiligen Kurses erhalten die Teilnehmer/innen einen ausführlichen Rundbrief.


Anreise:
Salzburg: Zug: Salzburg Hbf. - Dann mit verschiedenen Buslinien ab Hbf. bis Haltestelle „Zentrum“. - Flugzeug: Flughafen Salzburg, Bus oder Taxi (10 Min.). - Auto: Zufahrt nur begrenzt möglich (Fußgängerzone); nur wenige Parkplätze.


Kosten
Kosten (im 1. Halbjahr) und Zahlungsmodus wie bisher:
Die Kosten für die Kurswoche betragen insgesamt 110,- EURO pro Person. Bitte überweisen Sie den Betrag vor Beginn des jeweiligen Kurses auf ein Konto der Salzburger Äbtekonferenz.
 

Für Deutschland: Konto-Nr. 221155 bei der Volksbank Raiffeisenbank Berchtesgaden Land (BLZ 710 90000). Nennen Sie unbedingt als Begünstigten bzw. Zahlungsempfänger: SALZBURGER ÄBTEKONFERENZ.

Für Österreich: Konto-Nr. 2172073 bei der Salzburger Landes-Hypothekenbank (BLZ 55000).

Für Teilnehmer/innen aus der SCHWEIZ: Die Kosten können auch in Salzburg beglichen werden, um die Banküberweisungsgebühren zu vermeiden.


Ihre Anmeldung wird erbeten bis jeweils 14 Tage vor Kursbeginn an die Adresse des IBS, Salzburg. Absagen sollten rechtzeitig angegeben werden, nur in Ausnahmefällen bis unmittelbar vor Kursbeginn. 


Michaela Puzicha OSB
Institut für Benediktinische Studien ibs
Postfach 113, A-5010 Salzburg
Tel. (0043) 0662/844576 125/126; Fax (0043) 0662/844576 126
E-mail: ibs.salzburg@gmx.at -- Internet: www.benediktiner.de